Das Wirtschaftsjournal
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Der Haustechnik geht es besser als vielen anderen Wirtschaftszweigen!?

Der Haustechnik geht es besser als vielen anderen Wirtschaftszweigen. Doch reicht das schon für ein positives Fazit des Jahres 2026? Angesichts weltweiter Krisen, anhaltend hoher Kosten und ausbleibender Reformen mag die SHK-Branche vergleichsweise solide dastehen. Ein Grund zur Zufriedenheit ist dieser Vergleich allein allerdings nicht. Er erinnert an die Rechtfertigung aus Schulzeiten: Ich habe zwar nur eine Vier – aber schau mal, wie viele eine Fünf haben.

Bemerkenswert bleibt, wie widerstandsfähig sich große Teile des SHK-Fachhandwerks zeigen. Laut ZVSHK-Herbstumfrage ist der durchschnittliche Auftragsbestand von 10,1 auf 15,1 Wochen gestiegen. Das ist ein deutliches Signal. Doch wie breit ist diese Entwicklung getragen? Füllen vor allem Heizungsmodernisierungen und Wärmepumpen die Auftragsbücher? Welchen Anteil haben Klima- und Lüftungstechnik nach dem vergangenen Sommer?

Ein einheitlicher Aufschwung lässt sich daraus jedenfalls nicht ableiten. Viele Hersteller, insbesondere aus dem Sanitärbereich, zeigen sich im Gespräch mit unserer Redaktion mit dem bisherigen Jahresverlauf unzufrieden. Der Neubau und das Projektgeschäft scheinen ihre Talsohle weiterhin zu suchen. Die deutlich gestiegene Zahl der Bauanträge macht zwar Hoffnung. Ihr Niveau bleibt aber zu niedrig, um eine durchgreifende Erholung erwarten zu lassen. Und selbst wenn wieder mehr gebaut wird: Bis die Aufträge bei den Ausbaugewerken ankommen, vergehen weitere Monate.

Auch die Branchentreffen der vergangenen Monate – von den Messen in Nürnberg bis zur Wärmekonferenz in Berlin – haben gezeigt: Die Unsicherheit über die weitere Konjunktur bleibt groß. Das gilt ebenso für den Haustechnik-Großhandel. Die zuletzt vom DG Haustechnik veröffentlichten Zahlen weisen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 eine leichte Erholung aus, vor allem auf der Heizungsseite. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, wie viel davon auf zusätzliche Nachfrage und wie viel auf höhere Preise und Teuerungszuschläge zurückgeht. Mehr Umsatz allein bedeutet noch keinen Aufschwung.

Dabei fehlt es der Haustechnik keineswegs an Zukunftsaufgaben. Wärmewende, Gebäudemodernisierung, zeitgemäße Bäder und ein besseres Raumklima bieten reichlich Potenzial. Doch aus Bedarf werden nicht automatisch Aufträge. Dafür braucht es Investitionsbereitschaft, verlässliche Rahmenbedingungen und politische Entscheidungen, die Planungssicherheit schaffen.

Die Branche hat ihre Widerstandskraft bewiesen. Auf Dauer darf sie aber nicht darauf angewiesen sein, schwierige Bedingungen möglichst gut auszuhalten. Der Anspruch für 2027 muss deshalb über ein „besser als andere“ hinausgehen: ein spürbares, möglichst breit getragenes Wachstum – und ein Plus, das nicht nur auf dem Papier steht.

Einen guten Jahresendspurt wünscht die RAS-Reaktion all Ihren Leserinnen und Lesern.

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