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Energiepreise: Konjunkturbremse oder doch Chance?

Der Bedarf ist da: Millionen Heizungen sind in die Jahre gekommen, der Gebäudebestand muss energetisch modernisiert werden. Alles bekannte Fakten für die Haustechnik-Branche. Im ersten Halbjahr 2026 flossen 194.500 Wärmepumpen und 134.000 gasbasierte Wärmeerzeuger in den Markt. Hinzu kamen 9.500 Ölheizungen und 14.000 Biomasseanlagen. Vor allem bei Wärmepumpen zeigt der Trend damit deutlich nach oben. Für das Gesamtjahr erwartet der BDH rund 700.000 Wärmeerzeuger (2025: 627.000). Der Wärmepumpenanteil dürfte dabei weiter deutlich steigen. Hört man in die Branche hinein, müsste es bei strombasierten Heizungen sogar noch viel besser laufen: Unternehmen aus dem Fachhandwerk berichten von stark gestiegenen Anfragen – mit weiter steigender Tendenz.

Die Gemengelage aus neuem GModG, den darin festgelegten abschmelzenden Förderbeiträgen und den aktuell (Stand Mitte September) weiter steigenden Preisen für Öl und Gas dürfte hierfür mit ausschlaggebend sein. Hinzu kommt die im Raum stehende Frage nach der Versorgungssicherheit bei fossilen Brennstoffen.

Andererseits bleibt gerade deshalb eine Einschätzung der Branchenkonjunktur schwierig. Zwar mehren sich die Anzeichen, dass die Bauwirtschaft 2027 langsam aus ihrem Tief kommt. Auch die Zahl der Bauanträge steigt in diesem Jahr wieder. Doch auf den SHK-Markt lässt sich diese Hoffnung nicht ohne Weiteres übertragen. Der Wohnungsneubau bleibt 2026 schwach. Euroconstruct/ifo erwartet 185.000 fertiggestellte Wohnungen nach 205.000 im Jahr 2025.

Sanierungen, Modernisierungen und Renovierungen im Badezimmer bleiben ebenfalls ein Sorgenkind. Die Kunden halten ihr Geld zusammen. Nicht unbedingt, weil sie nicht investieren könnten. Sondern weil viele angesichts der weltpolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten nicht wissen, ob sie es jetzt tun sollten. Das eigentliche Konjunkturproblem der SHK-Branche heißt deshalb in Summe nicht fehlender Bedarf. Es heißt fehlende Entschlossenheit.

Für die Unternehmen bedeutet dies mehr Aufwand pro Auftrag: stärker erklären, beraten und rechnen. Mit dem Ziel, nicht irgendwann zu modernisieren, sondern zu zeigen, warum sich die Investition jetzt lohnt. Denn der Sanierungsstau verschwindet nicht. Er wächst.

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