Der Nationale Normenkontrollrat (NKR), das unabhängige Beratungsgremium der Bundesregierung für Bürokratieabbau und Gesetzesfolgen, hat den Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes ungewöhnlich deutlich kritisiert. Die Einschätzung des NKR-Vorsitzenden Lutz Goebel fällt vernichtend aus: ein „handwerklich schwaches und praxisfernes Vorhaben“, das „in weiten Teilen kaum verständlich“ sei.
Kritisiert werden vor allem die komplizierte Regelungsstruktur, schwer nachvollziehbare Ausnahmen, unübersichtliche Übergangsregelungen und eine insgesamt mangelnde Verständlichkeit für Eigentümer wie auch für Betriebe. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Bürger könnten viele Vorgaben ohne externe Beratung kaum noch umsetzen.
Das klingt mindestens nach einer glatten „5“ für eine missratene Gesetzesarbeit.
Und damit steht bereits das nächste große Fragezeichen im Raum: Wird im weiteren Gesetzgebungsverfahren erneut nachgebessert – mit der Folge noch größerer Verunsicherung bei Endkunden, Investoren und Entscheidern im Wohnungsbau? Oder endet die Debatte tatsächlich vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe? Das sogenannte „Heizungsgesetz“ bleibt für weite Teile der Branche ein Dauer-Aufreger.
Fest steht allerdings auch: Bis ein neues Gesetz tatsächlich verabschiedet und in Kraft tritt, gilt weiterhin das bestehende Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Auf den Branchenmessen der vergangenen Monate war das Thema daher – wenig überraschend – weiterhin allgegenwärtig.
Mit etwas Abstand lässt sich aus Sicht der RAS-Reaktion zu den Messen in Essen und Nürnberg eines klar festhalten: Messen funktionieren nach wie vor als Netzwerkplattform. Sowohl in Essen als auch in Nürnberg sorgten insbesondere Mittwoch und Donnerstag für hohe Besucherzahlen und überwiegend zufriedene Aussteller.
Allerdings bleibt ein deutliches Aber: Es wird zunehmend schwieriger, an allen vier Messetagen ausreichend Besucher zu mobilisieren. Vor allem der Freitag erwies sich bei beiden Veranstaltungen als klare Enttäuschung. Hier sind neue Konzepte gefragt, um die Attraktivität eines Messebesuchs auch zum Wochenabschluss zu steigern. Denn eine Reduzierung auf nur noch drei Messetage dürfte weder bei Veranstaltern noch bei den ideellen Trägern die bevorzugte Lösung sein.
In dieser Ausgabe der RAS lesen Sie neben ausführlichen Nachmesseberichten auch mehr über die Pläne der Veranstalter für die Branchenmessen im Herbst – und bereits erste Ausblicke auf die ISH 2027 der Messe Frankfurt.
Ein weiteres zentrales Thema bleibt die Branchenkonjunktur: Wie entwickelt sich der Markt, und welche Antworten gibt es auf die wachsenden Herausforderungen? Autoren aus der Branche liefern in der aktuellen RAS Ausgabe dazu Analysen, Einschätzungen und mögliche Lösungsansätze.
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