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Feuerplätze

Nein und keine Angst – wir wollen nicht noch ein weiteres Mal die Wärmepumpen-Diskussion und das damit verbundene Informations- und Gesetzes-Chaos, das derzeit die Verbraucher mächtig irritiert (und an dieser Stelle auch nicht die Entwicklungen bei Viessmann – siehe Seite 22) thematisieren. Die hier gewählte Überschrift soll lediglich einmal mehr verdeutlichen, an wie vielen Ecken des Energieversorgungsbereiches es kräftig lodert, aber auch wie positiv dieses Thema besetzt sein kann.
Zu sehen- und vor allem zu spüren war dies vor einigen Wochen auf dem Messegelände in Leipzig, wo die Fachmesse „World of Fireplaces“ ihre Premiere feierte und die wir einmal kurz in den Blickpunkt stellen wollen. 240 Aussteller und über 8000 Fachbesucher aus 60 Ländern zählte man auf dieser neuen Lifestyle- und Klimamesse und die Erwartungen seitens der Organisatoren, Verbände und Arbeitsgemeinschaften wurden nach einhelligen Aussagen deutlich übertroffen. (SHK-TV berichtete).
All das in einer Zeit, wo das Heizen mit Holz umstritten und die Zukunft dieser Wärmeversorgung gerade in Privathaushalten sehr unsicher ist. Die Diskussionen zogen sich daher wie ein roter Faden durch das Messegeschehen und das Thema wurde auch bei diversen Reden zur Eröffnung der Messe in den Blickpunkt gestellt. So unterstrich mit Blick auf die anstehenden Veränderungen bei Heizen und Wohnen, der Energiepreisentwicklung oder der Austauschpflicht von Heizsystemen auf Basis fossiler Brennstoffe Alexis Gula, Präsident des Bundesverbands der Schornsteinfeger (ZIV), bei seiner Eröffnungsrede, dass erfolg-reiche Lösungen zu diesen Herausforderungen nur mit einem systemoffenen Ansatz erreicht werden. Neben Wärmepumpen und Fernwärme sollten Biomasseheizungen auch in Zukunft als erneuerbare Energien angerechnet und entsprechend gefördert werden. „Die aktuelle Energiekrise sorgt bei der Bevölkerung für große Verunsicherung. Welche Rolle regenerative und klima-freundliche Brennstoffe wie Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel künftig spielen werden, entscheidet letztendlich auch die Politik.“
Als Repräsentanten und Vorstände der Europäischen Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft e.V. (EFA) äußerten sich Ursula Gröbner und Uwe Striegler ganz ähnlich: „Wärme aus Holz ist versorgungssicher und nachhaltig. Nur, wenn wir diese Technologie ideologiefrei in einer sinnvollen Gesamtstrategie nutzen, werden wir als Gesellschaft die großen Herausforderungen unserer Zeit meistern. Der Ofen, egal ob industrieller Kamin- oder handwerklicher Kachelofen, ist Teil eines innovativen Wärmekonzeptes, das Deutschland auch in den kommenden Jahren sicher versorgen wird. Dafür müsse man gemeinsam eintreten und Antworten auf Fragen finden, die uns Politik und Gesellschaft stellen.“
Feurige Diskussionen stehen uns also weiterhin bevor, aber dennoch bleibt festzuhalten, dass das Heizen mit Holz und mit marktfähigen Lösungen – neben all den anderen modernen Heizsystemen, die unsere Brache zu bieten hat – viel Freude be-reiten kann. Sinnvoll und ökologisch vertretbar überdies sicherlich auch. Und es versteht sich natürlich von selbst, dass wir bei aller „subjektiven Liebe zum Feuer“ auch weiterhin große Verfechter der Wärmepumpe bleiben.

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